Worum es bei ISI ging
ISI ist ein FFG-COIN-Aufbau-Projekt. Der Bereich BISS (Innovative Software Systems) der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt, hat gemeinsam mit niederösterreichischen und österreichischen Unternehmen untersucht, wie innovative Softwaretechnologien – von Mixed Reality über KI bis Cross-Plattform-Entwicklung – in realen industriellen und betrieblichen Kontexten konkreten Nutzen stiften können. Nicht als theoretische Übung, sondern als Use Case mit einem echten Unternehmenspartner, einem echten Problem und einem Ergebnis, das im Betrieb bestehen muss.
Zahlen und Fakten
Über die Projektlaufzeit sind zusammengekommen:
- 34 Use-Cases
- 21 Firmenpartner
- € 580.000 an Folgeaufträgen, die direkt aus dem Projekt entstanden sind
Firmenpartner waren unter anderem Kotanyi, Brucha, Lohmann & Rauscher, Steirerfleisch, Smartflower, WNSKS, Wewalka und ADC.
Ausgewählte Use Cases
Bei der Abschlusspräsentation haben die Unternehmenspartner eine Auswahl ihrer Fallbeispiele vorgestellt. Ein Querschnitt:
- Sojarei – Qualitätssicherung in der Verpackung: Ein System aus Kamera, Waage, Signalleuchte und WebApp löst automatisch ein Foto aus, sobald sich das Gewicht eingependelt hat, und gleicht die Aufschrift per Texterkennung mit Referenzdaten ab. Abweichungen werden sofort erkannt statt erst spät im Prozess.
- Lohmann & Rauscher – Mixed Reality für die Schulung: Ein tablet-basierter AR-Demonstrator macht ein endoskopisches Behandlungsverfahren erlebbar, das im Körperinneren abläuft und sonst kaum vermittelbar ist – ohne Patient:innenrisiko und beliebig oft wiederholbar.
- WNSKS – KI-gestützte App für Aufsichtsorgane: Eine Cross-Plattform-Lösung vereinfacht die Dokumentation von Amtshandlungen, unterstützt bei der Identitätsfeststellung und macht Tätigkeiten für die Administration nachvollziehbar.
- Wewalka – automatisierte Prüfung von Verpackungsbarcodes: Ein Laboraufbau vergleicht unterschiedliche Scanner systematisch nach Lesedistanz, Winkeltoleranz und Lichtrobustheit, um die Inline-Prüfung in der Produktion abzusichern.
- ADC – Wasserstandsmessung ohne Vor-Ort-Fahrt: Ein LoRa-Sensor misst automatisch, die Daten laufen direkt ins FOTEC-Backend – statt einer wöchentlichen Handmessung mit dem Laserlot vor Ort.
- Steirerfleisch – KI-Produkterkennung: Ein trainiertes Modell erkennt Kisteninhalte in der Produktion automatisiert; das System wird inzwischen außerhalb von ISI produktiv ausgerollt.
Was die Begleitforschung zeigt
Parallel zu den technischen Use Cases hat die IMC Krems in Interviews mit Unternehmen und FOTEC-Projektverantwortlichen untersucht, was Digitalisierung tatsächlich verändert – entlang der vier Dimensionen Geschäftsmodell, Prozesse, Qualifikationen und Technologiereife. Ein paar Kernaussagen aus der noch laufenden Auswertung:
- Technik-Kompetenz muss ins Haus geholt werden, bevor sie fehlt – oder man nutzt gezielt einen Partner dafür.
- Ein Prototyp ist ein Anfang, kein Betrieb: Der zweite Anlauf vom Muster in den echten Einsatz gehört von Beginn an eingeplant.
- Förderung wirkt als Türöffner für Vorhaben, die sonst nicht begonnen worden wären.
- Wirkung lässt sich nur beurteilen, wenn vorher gemessen wird.
Digital Innovation Hub Ost
Im Rahmen der Veranstaltung hat Georg Wernitznig auch den Digital Innovation Hub Ost vorgestellt – ein kostenfreies Angebot für Klein- und Mittelbetriebe in Niederösterreich, Burgenland und Wien mit Informationsveranstaltungen, Workshops und Umsetzungsprojekten zu Digitalisierungsthemen.
Danke
Danke an das InnoLab der FH Wiener Neustadt für die Gastgeberschaft, an das ecoplus Haus der Digitalisierung als Veranstalter, an alle Firmenpartner für die Zusammenarbeit über die Projektlaufzeit und an alle, die am 17. September dabei waren.